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Mit der Mooney über den Atlantik

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Problem Island

9. Mai 2010 · Keine Kommentare

Am dritten Tag unserer Rückreise wollen wir bis Island kommen und beginnen um 06:00 in Goose Bay mit Wetter holen und Frühstück. Wir haben zwei Legs mit jeweils ~ 700 Meilen vor uns, gesamt ca. 1.200 km offenes Meer. In Goose Bay regnet es, die Wolken liegen fast auf, aber der Wind scheint gnädig (50 Knoten Seitenwind). Wir bekommen glücklicherweise Enteisungsmittel und können unseren leeren TKS-Tank füllen. Unmittelbar nach dem Start sind wir in Wolken und steigen auf 13.000 Fuß, noch immer in Wolken und mit mäßiger Vereisung. Vor uns ist eine Piper Meridian rausgegangen, die glücklichen mit Turboprop steigen auf 27.000 Fuß. Auf unseren Anruf teilt er uns mit dass die Wolkenobergrenze bei 15.000 Fuß liegt, also nicht wie rauf. So fliegen wir mit Sauerstoff über den Wolken und sind nach 4h30min im Anflug auf Narsarsuaq. Das lokale Wetter meint wir müssten in 7.000 Fuß aus den Wolken kommen und einen Sichtanflug machen können.

Anflug in Narsarsuaq – Grönland

Hier ist es fast immer spannend, kein Alternate (Ausweichflughafen) und überraschendes Wetter. Der Tower meldet gute Sicht aber Wind mit 30 Knoten, gusting bis 45 Knoten (das sind 80 km/h).

so sieht das Meer hier vor der Piste aus

Zeitgleich mit uns kommt eine Cessna auf Floats an (ein Wasserflugzeug), er ist hier her ausgewichen weil er es nicht bis nach Island schafft. Wir lassen ihm den Vortritt, auch wenn wir ihn leicht überholen könnten – aber ich hab wirklich Mitleid, auch ohne Floats ist eine Landung bei 50 bis 80 km/h Wind problematisch.

Arbeiten auf der Piste

Zu allem Überfluss ist die Piste durch Bauarbeiten verkürzt, wir müssen über die Köpfe der Arbeiter auf halber Bahnlänge landen, schaffen es aber beide.  Nach einem kurzen Tankstopp sind wir auch schon wieder in der Luft in Richtung Island. Es gab schon bei der Flugplanaufgabe Probleme wegen der Vulkanasche.

Ausflug über den Gletscher

Hier geht es gegen den Föhnsturm nach oben, die Böen sind derart massiv dass im Flugzeug nichts mehr dort ist wo es war, sogar die Ordner mit den Charts sind offen und ausgeleert. Schließlich beschließt auch Lukas seinen Magen zu entleeren. In 10.000 Fuß wird es allmählich ruhiger, aber jetzt entstehen neue Probleme am Funk. Man teilt uns mit dass wir den Flug heute nicht durchführen können – große Bereiche sind wegen Vulkanasche gesperrt. Wir verhandeln und reden um unser Leben, Lukas will nicht mehr zurück, ich auch nicht!! mit vollen Tanks nochmals landen macht keinen Spass.

weiss ist das Sperrgebiet, rot unser Kurs

Letztlich erhalten wir die Erlaubnis zu passieren, wir sind im schönsten Wetter und die Vulkanasche kann man nicht sehen (ich will ja nicht sagen dass sie nicht da ist). Wir fliegen in die Nacht, in Island ist das aber nur Dämmerung.

Sonnenuntergang über dem Atlantik

Nach 4h30 wird es nochmals spannend, wir müssen durch eine tiefliegende Wolkendecke über Reykjavik, landen und sind auch schon in Richtung Tapas Bar unterwegs. Es scheint dass alle Isländer die Nacht durchfeiern wollen, die Innenstadt ist zum Bersten voll.

Am nächsten Morgen kommt dann die schlechte Nachricht. Auf meinen Anruf teilt man mir mit dass der Flughafen um 14:00 Uhr schließt. Das sollte sich ausgehen um noch in die blaue Lagune zum Baden zu fahren. Kaum sind wir im Bus ruft mich der Flughafen an, dass die Schließungszeit auf 10:00 vorverlegt wurde. Wir verhandeln wieder, der FBO ist wirklich hilfsbereit. Schließlich erreichen wir dass wir auf eigenes Risiko nach Sichtflugregeln fliegen dürfen.

Wir starten um 13:00 Uhr von Reykjavik VFR in einen wolkenverhangenen Himmel und turnen uns nach oben. In knapp 4.000 Fuß sind wir in der Sonne.

Der Controller ist ausgesprochen freundlich, wir sind auch die einzigen mit denen er zu tun hat. Wir mussten ein Routing filen das weit vom Vulkan weg liegt, bekommen dann aber die Erlaubnis uns den Unhold aus der Nähe anzusehen. Nun – jetzt hat er deutlich zugelegt und veranstaltet ein Feuerwerk um uns zu unterhalten:

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